Schola Gregoriana Pragensis (CZ)

"Carolus IV. - Rex et Imperator"
Musik aus der Zeit Kaiser Karls IV.

Samstag, 9. September 2017, 20.00 Uhr

D-67697 Otterberg, Abteikirche

18.30 Uhr Kirchenführung

In Kooperation mit den Otterberger Abteikirchenkonzerten

Pragensis

Die Schola Gregoriana Pragensis wurde im Jahre 1987 von David Eben gegründet und widmet sich zahlreichen Tonaufnahmen und Konzerten im In- und Ausland. Die Arbeit des Ensembles konzentriert sich einerseits auf die semiologische Interpretation des gregorianischen Chorals anhand der ältesten neumatischen Quellen aus dem 9.-11. Jahrhundert, andererseits auf die Aufführung gregorianischer Gesänge aus der eigenen böhmischen Choraltradition einschließlich der frühen Mehrstimmigkeit. Dank des intensiven Studiums von mittelalterlichen Quellen erklingt in den Programmen auch eine ganze Reihe einzigartiger, neu entdeckter Kompositionen aus dem 13.-15. Jahrhundert.

Die Schola Gregoriana Pragensis konzertiert oft in der Tschechischen Republik (u.a. tritt sie regelmäßig im Rahmen des Musikfestivals Prager Frühling auf) und im Ausland (Italien, Spanien, Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Schweiz, Österreich, Schweden, Slowakei, Ungarn, Polen, Israel).

SWR2 LogoDieses Konzert wird von SWR mitgeschnitten und zu einem späteren Zeitpunkt im Hörfunkprogramm SWR2 gesendet.
"Carolus IV. - Rex et Imperator"
Musik aus der Zeit Kaiser Karls. IV.

Die Zeit Kaiser Karls IV. (1316-1378) war für die böhmischen Länder eine Epoche der außerordentlichen kulturellen und spirituellen Blüte und der durch Karl angestoßenen Aufbrüche. Deshalb ist es kein Zufall, dass die meisten der musikalischen Quellen aus dem 14. Jhdt. stammen. Es entstand herrliche Musik, die sich mit den musikalischen Veränderungen in Frankreich austauscht und sich gegenseitig beeinflusst; Deutsch und Tschechisch halten als Sprache Einzug in die Kompositionen.

So präsentiert das Konzert einen Querschnitt durch das geistliche Repertoire Böhmens. Es erklingen Teile aus Offizien böhmischer Patrone und Werke spätmittelalterlicher Marienfrömmigkeit sowie ein Echo des französischen Schaffens im 14. Jahrhundert, wie es im Veitsdom, an der Prager Universität und in dem von Karl gegründeten Emmaus-Kloster gepflegt wurde.

Die Fundamente für die gesamte Klosterkirche Otterberg wurden vor 1168 und bis nach 1177 gelegt. 1253 war die Kirche noch nicht vollständig fertig, was eventuell mit der besonderen entwässerungstechnischen Situation zusammenhängt, mit der man bis heute zu kämpfen hat. Im Jahre 1254 konnte die Kirche geweiht werden. Obwohl sie zu den größten romanischen Kirchen der Region gehört, belegen die westliche Giebelöffnung und die flacheren Gewölbescheitel, dass man mit gotischen Formen vertraut war. Mit der Zisterzienserkirche hat die oberrheinische Spätromanik und ihre Vorliebe für den Massenbau einen Höhepunkt erreicht.