Text: Künstlerischer Berater Logo: Kultursommer Rheinland-Pfalz Logo: rema Hintergrund
Bild: 20 Jahre - Motiv

Jubiläumsprogramm: Via Mediaeval 2019

20 JAHRE

Mit seiner Jubiläums-Edition blickt Via Mediæval zurück auf Konzerte aus 20 Jahren und präsentiert „alte Bekannte“, sowohl als Interpreten als auch in der Auswahl der Räume. Sechs Konzerte führen die Gäste in diesem Jahr zurück zu den Wurzeln unserer Musikgeschichte.

Das vollständige Programm wird im Juni veröffentlicht, der Vorverkauf startet Anfang Juli.

Konzerte 2019

Der Vorverkauf erfolgt über die örtlichen Gemeinden, das Ticket-System reservix oder über das jeweilige Partnerfestival.

Zu den Konzerten mit dem Kirchenfester Icon Kirchenfenster findet für Konzertbesucher eineinhalb Stunden vor Konzertbeginn eine kostenfreie Kirchenführung statt.

Einige Konzerte werden für das Hörfunkprogramm von Icon SWR2 aufgezeichnet.

Sa 14.9.

20.00 Uhr

Otterberg, Abteikirche

Icon Kirchenfenster

Trio Mediaeval (NO) mit John Potter (GB)

„Si tres grant melodie“ Machaut und die Könige von Zypern

So 15.9.

18.00 Uhr

Klingenmünster, Mönchsaal

Icon Kirchenfenster

Anne Azéma (USA)

„La Reina Joiosa“ – Die fröhliche Königin Musik aus Frankreich und der Provence

Fr 20.9.

19.30 Uhr

Hornbach, St. Fabianstift

Icon Kirchenfenster

Sequentia, Benjamin Bagby (F) & Norbert Rodenkirchen (D)

„Oswald in Konstanz“ – Wolkenstein Programm

Sa 21.9.

18.00 Uhr

Metz, Romanische Kirche Saint-Pierre-aux-Nonnais

Icon Kirchenfenster

Partnerkonzert Voix & Route Romane
Ars Choralis Coeln (D)

Ay, Santa Maria ! –Marien-Wunder in den Cantigas de Santa Maria und im Llibre Vermelle

So 22.9.

17.00 Uhr

Offenbach-Hundheim, St. Maria

Icon Kirchenfenster

Ensemble La Reverdie (IT)

„L’occhio del chor“ – Das Auge des Herzens
Blinde Liebe in der Musik von Landini

Fr 27.9.

19.30 Uhr

Worms, Dom St. Peter

Icon Kirchenfenster

REMA (European Early Music Network)-Tagung:
Ensemble Ordo Virtutum (D)

„Cluny und Cîteaux: Exstase und Askese" Liturgischer Gesang des Mittelalters aus Burgund

Sa 28.9.

20.00 Uhr

Bechtheim, Basilika St. Lambertus

Icon Kirchenfenster

Ensemble La Mouvance (D)

„Miracles – Vision, Wunder, Glaubenserfahrung“ Hildegard von Bingen, Philip der Kanzler u.a.
Karte mit Veranstaltungsorten Bild Bechtheim Bild Offenbach Bild Worms Bild Otterberg Bild Hornbach Bild Speyer Bild Klingenmünster

Romanische Gebäude in der Pfalz

Konzertorte

Via Mediaeval. Mittelalterliche Vokalmusik in romanischen Gebäuden. Eine Musikreihe des Kultursommers Rheinland-Pfalz in Verbindung mit seinen regionalen Partnern.

Hintergrund

Unsere Partner / weitere Links

Logo Voix

Festival Voix & Route Romane
Das Festival Alter Musik im Elsass
www.voix-romane.com

Logo REMA

REMA / EEMN
Die Reihe Via Mediaeval im Mitglied des Europäischen Netzwerks für Alte Musik / Réseau Européen de Musique Ancienne / European Early Music Network
www.rema-eemn.net

Logo Otterberg

Otterberger Abteikirchenkonzerte
Konzerte im der ehemaligen Zisterzienserkirche
www.cms.abteikirche-otterberg.de/die-abteikirche-otterberg/konzerte/

Logo Euroclassic

Festival Euroclassic
Länderübergreifend in der Pfalz und im Elsass
www.festival-euroclassic.eu

Logo Int. Musiktage

Internationale Musiktage
www.dom-zu-speyer.de/dommusik/konzerte/ internationale-musiktage/

Logo Wunderhoeren

Wunderhoeren
Tage Alter Musik & Literatur in Worms
http://www.wunderhoeren.de

Downloads

Hier können Sie demnächst das aktuelle Programmheft als PDF herunterladen oder Online durchblättern.

Archiv

Ältere Programmhefte zum Download

Bild Programmheft und Link zu PDF Bild Programmheft Bild Programmheft Bild Programmheft Bild Programmheft Bild Programmheft und Link zu PDF
Bild Prof. Dr. Stefan Morent

Künstlerischer Berater

Prof. Dr. Stefan Morent

studierte Musikwissenschaften und Informatik an der Universität Tübingen, Blockflöte und Historische Aufführungspraxis bei Kees Boeke sowie Musik des Mittelalters bei Andrea von Ramm und Sterling Jones. Er promovierte 1995 zum Dr. phil. als Stipendiat der Landesgraduiertenförderung und erlangte 2004 die Habilitation zum Thema „Das Mittelalter im 19. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Kompositionsgeschichte in Frankreich“ als Stipendiat des Graduiertenkollegs „Ars und Scientia im Mittelalter und der frühen Neuzeit“ in Tübingen folgte. Seit 2008 ist er dort außerplanmäßiger Professor.

Seine Forschungsinteressen reichen von der Musik des Mittelalters, ihrer Aufführungspraxis und Rezeption, über Musiktheorie der Renaissance (Glarean u.a.) und landeskundliche Themen (Musik im deutschen Südwesten, Musik am Stuttgarter Hof 16.-18. Jh.) sowie französischer Musik des 19. Jahrhunderts und Musik und Religion ("Sacred Sound") bis zur Digitalen Musikedition. Zur Zeit betreut er ein DFG-Forschungsprojekt zur Erschließung mittelalterlicher Musikfragmente aus württembergischen Klöstern.

Prof. Dr. Morent nahm Professur-Vertretungen in Trossingen, Wien, Hamburg, Heidelberg, Detmold, Saarbrücken, Mannheim und Köln wahr und folgte einer Einladung als Visiting Professor an die University of Berkeley/USA.

Als Leiter des von ihm gegründeten Ensembles „Ordo Virtutum“ für Musik des Mittelalters geht er einer umfangreichen internationalen Konzerttätigkeit mit Einladungen zu bedeutenden Festivals für Alte Musik nach und kann auf zahlreiche preisgekrönte CD-Einspielungen zurückblicken. Er ist künstlerischer Leiter der Festivals „Via Mediaeval – Musik und Räume des Mittelalters “ in Rheinland-Pfalz und „Musikalische Avantgarde um 1400“ in Konstanz. Außerdem leitet er die Schola Cantorum am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Tübingen.

Impressum

Herausgegeben vom Kultursommer Rheinland-Pfalz
der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur
Mittlere Bleiche 61, 55116 Mainz
Stand: Juni 2018
Gestaltung: www.beatemarx.de
Technische Umsetzung: www.jung-newmedia.de
Fotos: Wenn nicht anders vermerkt von den Künstlern / Veranstaltern.
Darüber hinaus gilt das Impressum Kultursommer Rheinland-Pfalz

Kontakt

Kultursommer Rheinland-Pfalz
der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur
Mittlere Bleiche 61
55116 Mainz
Tel.: 06131 / 28 83 80
Fax: 06131 / 28 83 88
E-Mail: info@kultursommer.de

Datenschutz

Diese Webseite verfügt nicht über einen Newsletter, eine Bestellmöglichkeit oder andere Formulare; somit erfolgt keine Datenerfassung über diese Webseite. Für verlinkte Seiten gelten die jeweils eigenen Datenschutzerklärungen, das gilt insbesondere auch für den Ticket-Anbieter reservix (https://www.reservix.net/files/data/docs/ Datenschutzerklaerung_Reservix.pdf). Wir, bzw. unser Hostinganbieter, erhebt auf Grundlage unserer berechtigten Interessen im Sinne des Art. 6 Abs. 1 lit. f. DSGVO Daten über jeden Zugriff auf den Server, auf dem sich dieser Dienst befindet (sogenannte Serverlogfiles).
Darüber hinaus gilt die Datenschutz-Erklärung Kultursommer Rheinland-Pfalz.

EUROPA

Prof. Dr. Stefan Johannes Morent

Im „Europäischen Jahr des Kulturerbes“ greift „Via Mediaeval“ 2018 dieses Motto auf und fragt unter der Überschrift „Europa“ nach den Wegen und Formen, die im Mittelalter zur Herausbildung einer europäischen Musikkultur geführt haben.

Denn einerseits erkennen wir im Mittelalter die Ursprünge vieler Entwicklungen, das Moment des „Zum-Ersten-Mal", andererseits präsentiert sich uns diese Epoche als eine Serie von Aufbrüchen, deren Reife und Abschluss erst in späteren Jahrhunderten erreicht wird, das Moment des "Noch-Nicht". Die Konzerte der Reihe präsentieren Ausschnitte aus diesem überaus reichen und vielfältigen Entwicklungsgeschehen, die den Hörer zu einer klingenden Reise über Zeit und Raum, vom 9. bis zum frühen 15. Jahrhundert, von England, Frankreich über Deutschland nach Italien und bis nach Thessaloniki einlädt.

Die spannende Klangreise beginnt mit John Potter und dem Conductus-Ensemble aus England mit einem Programm, das sich dem Ensemblenamen entsprechend einer zentralen liturgischer Musik des Mittelalters widmet: Der Conductus hat seinen Ursprung dem Namen nach als Begleit- und Auftrittsgesang in dramatischen Ausgestaltungen der Liturgie, löst sich jedoch bald davon und entwickelt sich zu einer dichterisch-musikalischen Form, die geistliche, weltliche, politische und moralisch-satirische Aspekte gleichermaßen bedienen kann. Einstimmig und bis zu vierstimmig wird er dadurch zu einer musikalischen Gattung, die einerseits das Erbe ihrer liturgischen Bindung bewahrt, andererseits genug Freiheiten erlangt, um teilweise scharfzüngiger Dichtung und kühnen Neuerungen des musikalischen Satzes Raum zu bieten. Das Konzert bietet einen Querschnitt durch diese europäische Musikgattung, die in Handschriften aus Deutschland, Spanien, der Schweiz, Frankreich und England reich dokumentiert ist und inhaltlich den Bogen vom Heiligen bis zum Sünder spannt.

Eine besondere Kombination von Musik des frühen und späten Mittelalters bietet das Klosterhof-Fest am Tag des Offenen Denkmals in Klingenmünster: Die beiden Ensembles Les haulz et les bas und sequentia präsentieren sich zunächst jeweils in eigenen Konzerten und zum Abschluss gemeinsam in der Klosterkirche. Den Hörer erwartet Bläsermusik aus der Zeit des Konstanzer Konzils, das vor 600 Jahren mit der Abreise des neugewählten Papstes Martin V. und der damit erfolgten Beilegung des Kirchenschismas 1418 endete. Die Konzilsdelegationen aus ganz Europa brachten auch ihre Musiker mit nach Konstanz an den Bodensee, darunter auch Ensembles der Alta Capella, die Blasinstrumente und Schlagwerk für das laute Spiel an Festen und im Freien kombinierten. Das weltweit renommierte Ensemble sequentia bringt in seinem Programm „Endzeit Fragmente” frühmittelalterliche geistliche Dichtung in althochdeutscher und lateinischer Sprache zum Klingen. Im gemeinsamen Abschluss mischen sich unter der Überschrift "Consonancia" frühe Musik für Bläser mit verlorengeglaubten Liedern und Instrumentalstücken aus fränkischer Tradition des 9. und 11. Jahrhunderts, u.a. über den Kampf zwischen Vater Hildebrand und seinem Sohn Hadubrand und die mörderische Schlacht von Fontenoy.

Von den Schrecken des Krieges in das süße Landleben der Toskana führt uns Ensemble Tasto Solo: Inmitten einer höfischen Gesellschaft auf einer Landvilla Nähe Florenz lässt Francesco Landini sein Portativ zu seinen Liedern von Liebe und Weisheit erklingen. Der blind geborene Landini galt im Italien des 14. Jahrhunderts, des Trecento, als einer der besten Spieler auf dem Organetto oder Portativ, einer kleinen Schoßorgel. Als Komponist ist er seinem französischen Zeitgenossen Guillaume de Machaut gleich zu setzen.

Dessen Musik ist in der besonderen Atmosphäre der Krypta des Speyrer Doms zu erleben: Das französische Ensemble Musica Nova präsentiert Meisterwerke dieses epochalen Komponisten von europäischer Dimension sowie seines nicht weniger wirkmächtigen Vorgängers Perotin aus der Schule von Notre Dame in Paris.

Die Romanische Nacht in Otterberg lädt wieder zu einem Doppelkonzert ein: Ensemble Vox Nostra öffnet in der ersten Hälfte die Ohren dafür, wie in der europäischen Musikgeschichte ein entscheidender Schritt getan wurde, der sie von allen anderen Musikkulturen unterscheidet: Von der Ein- zur Mehrstimmigkeit. Die Nacht klingt aus mit dem Ensemble Per-Sonat mit Musik aus Zisterzienserinnenklöstern.

Dieser neue Reformorden breitete sich im 12. und 13. Jahrhundert geradezu explosionsartig über ganz Europa aus und bot besonders auch Frauen eine neue geistliche Heimat. Zahlreiche Handschriften aus diesen Frauenklöstern, darunter das berühmte Las Huelgas in Spanien, dokumentieren einerseits die strenge Einheitlichkeit im Liturgiegesang der Zisterzienser, andererseits die Möglichkeit zu individuellen Abweichungen. So wird das Konzert in der ehemaligen Zisterzienserklosterkirche Otterberg gemäß unseres Reihenuntertitels zu einer idealen Übereinstimmung von Musik und Raum.

Unsere diesjährige Hörreise endet am äußersten Rand Europas, an der Nahtstelle zwischen Byzanz und dem Osmanischen Reich: In den während der Kreuzzüge errichteten lateinischen Königreichen wurden die höfischen Konventionen aus Frankreich und England weiter gepflegt. Das Konzert des Ensembles Ex Silentio führt uns in diese weitgehend unbekannte Klangwelt, in der am Hof von Thessaloniki provenzalische Troubadoure ihre Dichtkunst und Musik pflegten.

Wir möchten Sie verehrte Hörer wiederum herzlich zu unserer Konzertreihe einladen, um wie gewohnt in höchster Qualität und in sorgfältig ausgewählter Übereinstimmung die Symbiose von Musik und Raum zu erleben.

Prof. Dr. Stefan Johannes Morent

 

Bild Berater

« Zurück